Einleitung Diese Bibliothek enthält zentrale Theorien, Modelle und Ansätze der Kommunikationsforschung. Sie umfasst: verbale Kommunikation nonverbale Kommunikation Körpersprache Gesprächsführung Kommunikationspsychologie interkulturelle Kommunikation Wahrnehmungspsychologie Die Modelle dienen als Analysewerkzeuge für Kommunikation, nicht als absolute Wahrheiten. Wichtige Grundregeln: Körpersprache liefert Hinweise, keine sicheren Beweise. Einzelne Signale dürfen nie isoliert interpretiert werden. Interkulturelle Modelle beschreiben Tendenzen, keine festen Eigenschaften aller Menschen. Kommunikation muss immer im Kontext der Situation betrachtet werden. VERBALE KOMMUNIKATION Sender-Empfänger-Modell Autor: Claude Shannon / Warren Weaver Kommunikation wird als Übertragung einer Nachricht zwischen Sender und Empfänger verstanden. Störungen können die Botschaft verändern. Vier-Seiten-Modell Autor: Friedemann Schulz von Thun Jede Nachricht enthält vier Ebenen: Sachinhalt Selbstoffenbarung Beziehung Appell Kommunikationsaxiome Autor: Paul Watzlawick Grundprinzipien menschlicher Kommunikation. Beispiel: Man kann nicht nicht kommunizieren. Personenzentrierte Kommunikation Autor: Carl Rogers Zentrale Elemente: Empathie Kongruenz bedingungslose Wertschätzung Gewaltfreie Kommunikation Autor: Marshall B. Rosenberg Vier Schritte: Beobachtung Gefühl Bedürfnis Bitte Transaktionsanalyse Autor: Eric Berne Kommunikation erfolgt aus drei Ich-Zuständen: Eltern-Ich Erwachsenen-Ich Kind-Ich Johari-Fenster Autor: Joseph Luft / Harrington Ingham Modell zur Selbst- und Fremdwahrnehmung. Bereiche: öffentlich blind verborgen unbekannt Inneres Team Autor: Friedemann Schulz von Thun Menschen haben mehrere innere Stimmen oder Teilpersönlichkeiten, die ihre Kommunikation beeinflussen. Metakommunikation Kommunikation über Kommunikation. Hilft Missverständnisse und Beziehungsebene zu klären. Aktives Zuhören Autor: Carl Rogers / Thomas Gordon Elemente: Paraphrasieren Spiegeln Nachfragen Fragetechniken Arten: offene Fragen geschlossene Fragen hypothetische Fragen zirkuläre Fragen lösungsorientierte Fragen Harvard-Verhandlungsmodell Autoren: Roger Fisher / William Ury / Bruce Patton Prinzipien: Menschen und Problem trennen Interessen statt Positionen Optionen entwickeln objektive Kriterien nutzen Cooperative Principle Autor: Paul Grice Gespräche funktionieren durch gemeinsame Erwartungen. Maximen: Quantität Qualität Relevanz Klarheit Speech Act Theory Autoren: John Austin / John Searle Sprache ist Handlung. Beispiele: Versprechen Warnen Bitten Drohen Politeness Theory Autoren: Brown / Levinson Menschen schützen ihr „soziales Gesicht“. Kommunikation versucht Gesichtsverlust zu vermeiden. Face-Work Autor: Erving Goffman Menschen versuchen in Interaktionen ihr soziales Ansehen zu schützen. Narrative Kommunikation Menschen strukturieren Erfahrungen häufig in Form von Geschichten. KOMMUNIKATIONSPSYCHOLOGIE Attributionstheorie Autoren: Heider / Kelley / Weiner Menschen suchen Ursachen für Verhalten. Fundamental Attribution Error Menschen überschätzen persönliche Ursachen und unterschätzen situative Faktoren. Halo-Effekt Ein einzelner Eindruck beeinflusst die Gesamtbewertung einer Person. Primacy-Effekt Der erste Eindruck wirkt besonders stark. Recency-Effekt Der letzte Eindruck bleibt besonders präsent. Pygmalion-Effekt Erwartungen beeinflussen Verhalten und Entwicklung anderer Menschen. Kognitive Dissonanz Autor: Leon Festinger Widersprüche zwischen Verhalten und Überzeugungen erzeugen Spannung. Wahrnehmungsfilter Wahrnehmung wird beeinflusst durch: Erfahrungen Erwartungen Emotionen Werte Soziale Identität Autor: Henri Tajfel Gruppenzugehörigkeit beeinflusst Wahrnehmung und Kommunikation. Spiral of Silence Autor: Elisabeth Noelle-Neumann Menschen äußern Minderheitsmeinungen seltener. Framing Die Darstellung einer Information beeinflusst deren Interpretation. Reframing Eine neue Deutung verändert die Bedeutung einer Situation. Rapport-Theorie Beziehung entsteht durch Synchronität und Anschlussfähigkeit. Konstruktivistische Kommunikation Autoren: Bernhard Pörksen / Rolf Arnold Wirklichkeit wird in Kommunikation konstruiert. NONVERBALE KOMMUNIKATION Mehrabian-Modell Autor: Albert Mehrabian Emotionale Wirkung entsteht durch: Worte Stimme Körpersprache Das Modell wird häufig überinterpretiert. Kinesik Autor: Ray Birdwhistell Analyse von Körperbewegungen. Proxemik Autor: Edward T. Hall Räumliche Distanz beeinflusst Kommunikation. Chronemik Autor: Edward T. Hall Zeitverhalten ist Teil von Kommunikation. Paralinguistik Stimme, Tempo, Lautstärke und Tonfall beeinflussen Wirkung. Mikroexpressionen Autor: Paul Ekman Sehr kurze Gesichtsausdrücke zeigen Emotionen. Mimikresonanz Autor: Dirk Eilert Analyse emotionaler Signale in der Mimik. Körpersprache-Analyse Autor: Samy Molcho Ganzheitliche Beobachtung von Haltung, Gestik und Bewegung. Behavioral Analysis Autor: Joe Navarro Analyse nonverbaler Stress- und Komfortsignale. Baseline-Prinzip Autor: Joe Navarro Verhalten wird relativ zum normalen Verhalten einer Person interpretiert. Statusmodell Autor: Keith Johnstone Kommunikation enthält Hochstatus- und Tiefstatussignale. Statusspiele Autoren: Tom Schmitt / Michael Esser Training zur bewussten Veränderung von Statusverhalten. Adaptoren Selbstberührungen können Stress oder Unsicherheit anzeigen. Synchronisation Menschen passen ihre Körpersprache häufig aneinander an. Territorialverhalten Raumnutzung signalisiert Besitz, Status oder Dominanz. Inkongruenz Worte und Körpersprache senden unterschiedliche Botschaften. Embodiment Körperhaltung beeinflusst Emotionen und Denken. INTERKULTURELLE KOMMUNIKATION High-Context / Low-Context Autor: Edward T. Hall Einige Kulturen kommunizieren stärker implizit, andere direkter. Kulturdimensionen Autor: Geert Hofstede Vergleich kultureller Werte wie: Machtdistanz Individualismus Unsicherheitsvermeidung Face-Negotiation Theory Autorin: Stella Ting-Toomey Konflikte werden kulturell unterschiedlich verhandelt. Anxiety-Uncertainty-Management Autor: William Gudykunst Interkulturelle Kommunikation hängt stark von Unsicherheitsregulation ab. Trompenaars-Modell Autor: Fons Trompenaars Vergleich kultureller Kommunikationsmuster. Interkulturelle Sensitivität Autor: Milton Bennett Modell der Entwicklung interkultureller Kompetenz. Kulturstandardsmodell Typische kulturelle Handlungsmuster beeinflussen Kommunikation. Interkulturelle verbale Missverständnisse Direktheit, Höflichkeit und Bedeutungsunterschiede führen häufig zu Missverständnissen. Interkulturelle nonverbale Missverständnisse Gesten, Distanz und Blickkontakt werden unterschiedlich interpretiert. WICHTIGE AUTOR*INNEN Diese Namen sollten vom GPT erkannt werden: Schulz von Thun Rosenberg Rogers Watzlawick Berne Birkenbihl Molcho Navarro Ekman Eilert Hall Hofstede Ting-Toomey Johnstone Tom Schmitt Jacques Salomé Thomas Gordon Bernhard Pörksen Rolf Arnold Claude Steiner REGELN FÜR DAS GPT Bei Analyse von Kommunikation: mehrere passende Theorien nennen verbale und nonverbale Aspekte berücksichtigen kulturelle Unterschiede beachten Theorien kritisch einordnen konkrete Handlungsmöglichkeiten zeigen